Biathlon geht nur mit Ski und Gewehr
Eigentlich ist dies eine etwas seltene Sportart, welche mit einer Waffe und einem Fortbewegungsmittel ausgeführt wird. Wer sich nicht näher damit beschäftigt, glaubt kaum, dass damit Wettkämpfe ausgeführt werden. Und doch ist es so, wie viele vergebene Medaillen beweisen.
Woher kommt Biathlon und wie ist seine Geschichte?
Wer in der Geschichte dieses Sportes nachforscht, kommt zu erstaunlichen Ergebnissen. Dieser Sport könnte seine Wurzeln in der Jagd haben, wie Höhlenmalereien in Norwegen aussagen. Dort ist zu sehen, dass schon vor 5000 Jahren auf Skiern die Jagd auf wilde Tiere durchgeführt wurde. Gewehre gab es natürlich noch keine, aber dafür wurden Pfeil und Bogen genutzt.
Eine andere Ursprungsart dieses Sportes könnte im militärischen Gebiet liegen. Denn vor vielen Jahren kämpften die Norweger auf Skiern gegen dänische Wikinger, welche in norwegisches Land eindrangen. Soldaten auf Skiern waren im Mittelalter zuverlässige Armeeangehörige in Russland und in den skandinavischen Ländern. Dann wurde allmählich ein Militärsport daraus – basierend auf den Erkenntnissen, dass Ski fahrende Soldaten sehr wendig und erfolgreich in ihren Operationen sind. Es ist in Überlieferungen zu lesen, dass bereits im Jahr 1767 zwischen schwedischen und norwegischen Grenzern Wettkämpfe durchgeführt wurden, indem Ski fahren und Schießen gekoppelt wurde. Im Jahre 1861 erfolgte in Norwegen die Gründung des ersten Biathlonvereins. Aber erst 1912 wurde ein Wettbewerb ausgetragen, welcher große Ähnlichkeit mit dem heutigen Biathlon hatte – aber alles erfolgte unter militärischer Regie.
Der direkte Vorgänger des heutigen Biathlons scheint aber der 1915 ins Leben gerufene Militärpatrouillenlauf zu sein, welcher als Mannschaftswettkampf ausgetragen wurde. Die zu laufende Strecke von circa dreißig Kilometern wurde mit einem Liegendschießen „gewürzt“, welches in der Streckenmitte stattfand. Zeitgutschriften waren für die Treffer der Lohn, und heute sind es Strafrunden bei den „Fahrkarten“. Der Militärpatrouillenlauf wurde Bestandteil der Olympischen Winterspiele bis 1948. Auch diesbezügliche Weltmeisterschaften wurden durchgeführt, und im Jahre 1948 wurde seitens des Internationalen Verbandes für Wintersport die Bezeichnung „Biathlon“ eingeführt. Entsprechende Regelungen wurden 1956 erlassen.
Wie sind die Regeln und welche Ausrüstung haben diese Sportler?
Bei Biathlonwettkämpfen wurde bis 1977 das Schießen liegend mit Großkalibergewehren aus einer Entfernung zwischen 100 und 250 Metern durchgeführt. Doch 1978 wurden diese Gewehre von leichteren Kalibern abgelöst, und die Schießentfernung wurde auf 50 Meter heruntergesetzt. Während des gesamten Wettkampfes sind Waffe und Munition vom Sportler am Mann zu tragen. Zum Lauf werden auf die Körpergröße des Sportlers abgestimmte Skatingskis ohne Stahlkanten und der entsprechende Langlaufschuh verwendet
Langlaufstöcke in Schulterhöhe gehören ebenfalls zur Ausrüstung dieser Sportler.
Wie sieht es heute aus mit diesem Sport?
Heute gehört Biathlon in vielen Ländern, und natürlich besonders in den Wintersportländern, zu den sehr beliebten Wintersportarten. Auch um Deutschland machte dieser Sport keine Kurve – ganz im Gegenteil, denn unsere Medien berichten ausführlich von Biathlonwettkämpfen, und das Interesse daran ist groß. Es ist daher auch kein Wunder, dass schon mehrere „Sportler des Jahres“ aus dieser Sportart kamen.
Seit wenigen Jahren haben asiatische Länder ihr Interesse für diesen Sport entdeckt, und es ist sicher kein Zufall, dass deutsche Trainer dort wirksam werden.
Der Biathlon wurde lange Zeit als Männersport betrachtet, aber spätestens im Jahre 1980 begannen auch die Frauen mit ihren Wettkämpfen, und 1992 wurde diese Sportart auch für die Frauen zur olympischen Disziplin.
Image: scusi – Fotolia
